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Demenz? Streitsüchtige Oma, grantiger Opa…

Demenz ??? Belletristik / Fantasy / Thriller Autor: Texter F.Grün

Demenz

Wenn die Oma immer streitsüchtiger wird… Demenz

Wenn der Mörder in spe im Spiegel wartet…

Margarete, 45 Jahre, hatte bereits 20 Jahre Erfahrung als Pflegerin sammeln können und war dadurch so einiges gewohnt. Heute hatte sie den Nachmittag frei, da das Ehepaar Werninger mit ihren Enkeln in den Zoo gefahren waren. Sie lebte bei den beiden und kümmerte sich rund um die Uhr um sie.

Herr Werninger war mit seinen 62 Jahren noch topfit und hatte den Schalk im Nacken sitzen. Frau Werninger, 60 Jahre, war zurückhaltender.
Ab und an schien es ihr nicht gut zu gehen.

Dann wurde auch Oma Werninger grantig und aggressiv. Einmal hatte sie sogar ihre Tochter beschuldigt ihre Perlenkette gestohlen zu haben, dabei hatte Frau Werninger sie nur auf der Frisierkommode liegen lassen.

Margarete hatte diese Symptomatik, bekannt als Verhaltensstörungen im Alter, schon öfter beobachtet, häufig waren sie ein Anzeichen für Demenz.
Sanft hatte sie bereits versucht dieses Thema anzuschneiden, war aber auf taube Ohren gestoßen. Sie seien noch viel zu jung, argumentierte das Ehepaar.

Erschöpft betrachtete Margarete ihr Gesicht im Spiegel. Bei dieser Belastung würde sie bald Urlaub brauchen. Dank Frau Werningers Schlafstörungen gelang es ihr kaum eine Nacht durchzuschlafen.
Ein kalter Schauer lief Margaretes Rücken hinunter, als sie daran dachte, wie Frau Werninger einmal nachts verwirrt das Haus verlassen hatte. Zum Glück hatte Margarete ihr Fehlen schnell bemerkt und sie nach Hause gebracht. Nicht auszudenken, was in diesem Zustand hätte passieren können.

Die Wochen vergingen und die typische Demenz Symptomatik der Verhaltensstörungen im Alter wurde immer deutlicher. Margarete versuchte weiterhin das Ehepaar für das Krankheitsbild Demenz zu sensibilisieren, stieß allerdings wie zuvor nur auf Ablehnung.
Sie fühlte sich immer erschöpfter, sodass sie letztendlich aushandelte, nach ihrem dritten Monat vier Wochen Urlaub zu bekommen. Sie traute sich ohne Erholungspause nicht weiter zu diese Arbeit durchzuführen. Zwei Wochen musste sie noch durchhalten bis eine andere Pflegerin sie für die Zeit ablösen würde.

Es war noch eine Woche bis zu Margaretes Urlaub, als sie unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde. Verwirrt blickte sie sich um. Sie musste im Sessel eingedöst sein. Unruhig sah sie sich um. Außer ihr war niemand hier. War sie nicht von einem Geräusch geweckt worden? War mit Frau Werninger alles in Ordnung? Erschrocken fiel ihr ein, dass Herr Werninger außer Haus war.
Erschrocken sprang sie auf und eilte in den Flur. „Frau Werninger?!“ Keine Antwort.

Aber war da nicht ein Rumpeln, ein Klirren gewesen? Da, ein Schrei! Von oben!
Geschwind eilte sie die Stufen hinauf. Ein Wimmern? Aus dem Schlafzimmer des Ehepaares! Wie der Wind war sie an der Tür. Keinen Augenblick später stand sie in dem Raum. Sie erstarrte voller Grauen.

Eine Woche später saß das Ehepaar Werninger im Sprechzimmer des Arztes, der ihnen ruhig und einfühlsam erklärte, dass Frau Werningers Verhaltensstörungen im Alter Anzeichen einer beginnenden Demenz waren.

Margarete hatte inzwischen Urlaub und war froh darum. Der Schreck saß ihr immer noch in den Gliedern. Frau Werninger hatte ihr Spiegelbild gesehen und sich selber nicht erkannt. Aus Angst hatte sie den vermeintlichen Mörder in spe angegriffen und dadurch den Spiegel zerschlagen

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