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Residenzgarten ® Ghostwriter München Frauen Roman von Evelyn

6. Kapitel – jetzt kostenlos online lesen

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Eigentlich privat ( Residenzgarten ® eBook ) 

6. Kapitel Frauen Roman von Evelyn

„Mensch, der ist doch verheiratet! Den kriegst du eh nicht mehr!“

„Na und, ist ein Grund, aber kein Hindernis.“

So viel zum sich rege verbreitenden Flurfunk. Mir ist das, ehrlich gesagt, herzlich egal. Ärzte kommen und gehen. Ich arbeitete mit ihnen zusammen, was mit dem einen besser, dem anderen schlechter funktionierte. Letztlich hat das Wohl der Patienten Priorität, nicht die Tatsache, ob dieser neue Arzt jung und attraktiv, verheiratet oder sonst was ist, aus Afrika oder woher auch immer kommt. Sobald er da ist, uns offiziell vorgestellt wird, werden wir es schon bemerken.

Was weiß ich über ihn

– abgesehen von den wild kursierenden Spekulationen – bis zu jenem denkwürdigen Tag, an dem ich ihm zum ersten Mal gegenüber stehe? Dass sein Name Dr. Robert Schatz ist, Facharzt für Allgemeinchirurgie.

Es trifft mich wie der Blitz

aus heiterem Himmel. Wie üblich bereite ich die ambulante, allgemeinchirurgische Sprechstunde vor, als er plötzlich vor mir steht. Peng, Amors Pfeil trifft mich mitten ins Herz! Dieser Mann, der hat, was ich noch nie bei einem Mann erlebt habe. Ich kann es noch nicht mal beschreiben, was er da, allein dadurch, dass er vor mir steht, gar nichts weiter macht, in mir auslöst. Er sieht nicht einfach nur gut aus, er ist charismatisch. Er strahlt so eine Liebe, Herzlichkeit, Vertrauen aus. Es ist, als wäre soeben die Sonne aufgegangen. Nein, mehr noch, als wäre es lange düster und bewölkt gewesen und jetzt brechen die Wolken auf und die Sonne stahlt mit ganzer Kraft, lässt alles funkeln und glitzern.

Gütige, blaue Augen

hinter blankgeputzten Brillengläsern. Seine Hand, die meine zur Begrüßung ergreift. Eine schmale, feinnervige, sensible Chirurgenhand, die warm und fest die meine umschließt. Millimeterkurze Haare von der gleichen Farbe wie meine. Eine Farbe, die vor Jahren bei mir mal jemand äußerst unfein als Straßenköterblond bezeichnet hat.

Wie lange dauert er, dieser Moment des ersten Sich-sehen? Natürlich stellt er sich vor: „Guten Morgen, ich bin Dr. Robert Schatz. Ich übernehme ab heute die ambulante Sprechstunde. Sie sind meine Assistentin? Na dann, auf gute Zusammenarbeit.“

„D…Danke“, stottere ich. „Ich bin Schwester Evelyn. Herzlich Willkommen bei uns und auf gute Zusammenarbeit.“

Er lässt sich von mir

alles zeigen, damit er sich auch zurechtfindet. Die Sprechstunde beginnt. Mit vielen Ärzten habe ich schon zusammen gearbeitet. Mit guten und sehr guten, auch mit solchen, die unter aller Kritik waren, vor allem, was den angemessenen Umgang mit ihren Mitmenschen betrifft. Bei ihm erlebe ich etwas Neues, nie Dagewesenes. Wie er sich in seine Patienten einfühlt, das ist fast schon unheimlich, geradezu übersinnlich. Mir will kein wirklich passendes Wort dafür einfallen.

Von der ersten Sekunde

an weiß ich, dass es ein reines Vergnügen ist, mit ihm zu arbeiten. Wir brauchen kaum Worte, um dennoch miteinander zu harmonieren, als wären wir schon viele Jahre lang ein eingespieltes Team. Die Sprechstunde vergeht wie im Flug was bedeutet, dass auch unsere Zusammenarbeit für heute beendet ist. Da er sich hier noch nicht auskennt, darf ich ihm immerhin noch einiges zeigen. Den Weg zum OP-Bereich, zur Kleiderkammer und den Umkleideräumen, zur Personalcafeteria und nicht zuletzt zu dem Büro, welches ab sofort seins ist.

Wie auf Wolken

schwebe ich an diesem Tag nach Hause, drücke meinen faulen Kater zur Begrüßung so fest und wirbele mit ihm herum, dass er verärgert faucht. Soll wohl heißen: „Was ist denn in dich gefahren? Gibt mir lieber mein Futter, statt mich halb zu zerquetschen und so idiotisch mit mir herum zu tanzen!“

Wohl  wissend, dass ihn das nicht verletzt, kullere ich Carlo schwungvoll ins Bett, entlocke ihm damit ein weiteres Fauchen.

„Was weißt du schon, du alter Miesepeter? Dich interessiert doch eh nichts außer deinem Futter. Aber der Mann, den ich heute kennengelernt habe und mit dem ich ab sofort zusammen arbeite…“

Ich lasse den Satz unvollendet, schmeiße mich neben Carlo aufs Bett, bleibe lange so liegen, unsinnig grinsend an die Decke starrend.

Schon immer war mein Beruf für mich nicht einfach ein Job, sondern

meine Berufung.

Ab sofort ist es noch viel mehr. Ich lebe für die Stunden, die ich gemeinsam mit Robert, dem Schatz, verbringen darf und bin jeden Tag aufs Neue enttäuscht, sobald der letzte Patient die Sprechstunde verlässt. Zwischen uns liegt knisternde Spannung in der Luft. Keine Ahnung, ob er es genau so empfindet, oder ob nur ich es so interpretiere, weil ich es so sehen will. Aber seine Blicke und immer wieder diese kleinen, wie zufälligen Berührungen. Auch das so förmliche „Sie“, den „Herrn Doktor“ und „Schwester Evelyn“ haben wir ziemlich schnell zugunsten von „Du“, Robert und einfach nur Evelyn hinter uns gelassen.

Natürlich

weiß ich, dass er Frau und Kinder hat. Wusste ich schon vorher, über den Flurfunk. Weiß ich jetzt anhand der Fotos auf seinem Schreibtisch und dem, was er so über sich erzählt. Seine Frau, Martina, ist Kardiologin, nimmt sich zurzeit nach der Geburt ihres Jüngsten ihre Elternzeit. Hin und wieder holt sie ihn zusammen mit den Kindern von der Arbeit ab, und so lerne ich seine Familie kennen.

Martina ist hübsch

und nett, jemand, mit dem ich mich durchaus anfreunden könnte, wenn ich nicht so scharf auf ihren Mann wäre. Und je besser ich ihn kennen lerne, umso sicherer bin ich, dass er einesteils zwar mehr in mir sieht als nur eine kompetente Krankenschwester, andererseits aber viel zu anständig ist, um seine Frau zu betrügen, sich gar meinetwegen von ihr zu trennen.

Mitunter erschrecke ich

selbst, welche Richtung meine Gedanken einschlagen, sobald es darum geht, wie Robert und ich, Martina zum Trotz, doch noch zusammen kommen können. Die Variante, in der die beiden erkennen, dass sie zwar viel zusammen erlebt haben und schöne Zeiten hatten, sich aber jetzt auseinander gelebt, sich nichts mehr zu sagen haben, sich darum im Guten trennen, ist noch die netteste und harmloseste. Natürlich ist er so fair, überlässt sein Haus Frau und Kindern und weil er ja irgendwo unterkommen muss, zieht er dann zu mir und erkennt endlich, was ich ihm bedeute. Happy End und … Schnitt! Punkt!

Eines Tages,

es war buchstäblich die Hölle los, aber auch das haben wir gemeinsam bewältigt, muss ich noch zu ihm ins Büro wegen einiger Unterschriften. Die Tür ist halb geöffnet. Er sitzt in seinen Drehstuhl zurückgelehnt, die Beine von sich gestreckt, den Kittel geöffnet,  träumt vor sich hin. So, wie er da sitzt, schaut er aus wie ein lieber, großer Junge. Fast mag ich ihn nicht stören, aber die Unterschriften können nicht bis morgen warten. Also klopfe ich kurz, trete ein, sobald er aufschaut, lege ihm die Unterschriftenmappe auf den Schreibtisch. Eine Schublade steht offen, darin liegt eine angebrochene Schokoladentafel. Er bemerkt meinen Blick und grinst: „Nervennahrung für zwischendurch. Willst du auch welche?“

Hmmmm, Weiße Crisp, lecker!

Wird bestenfalls noch von weißer Luftschokolade übertroffen. Er hält mir ein Stück hin und ich fresse ihm wortwörtlich aus der Hand, berühre dabei ganz sachte seine Fingerspitzen mit meinen Lippen und Zähnen. Den Rest der Schokolade teilen wir uns redlich, aber ich muss auf mein eigentliches Anliegen zurückkommen, die Unterschriften. Er beugt sich über die Papiere, greift zum Kugelschreiber. Ich habe freie Sicht auf seinen Nacken, muss mich schwer beherrschen, nicht darüber zu streicheln. Wie kann der Nacken eines Mannes nur so anrührend, so erotisch sein?

Wie gebannt schaue ich ihn an, während die Sehnsucht so schmerzhaft durch meinen Körper zieht, dass es mir fast den Atem nimmt.

Der kleine Knall,

mit dem er die Unterschriftenmappe zuschlägt, holt mich aus meiner Trance zurück. Wie ertappt fahre ich auf, als er mir die Mappe hinhält mit den Worten: „So, das war aber definitiv die letzte Amtshandlung für heute. Schönen Feierabend dann.“

„Danke, dir auch“, murmele ich und schwanke zur Tür hinaus, als befände ich mich auf einem Schiff bei starkem Seegang.

Hein ist natürlich längst in alles eingeweiht.

Auch jetzt muss ich ihn aufsuchen, die Neuigkeiten des Tages mit ihm teilen. Er sieht mich nur besorgt an und sagt: „Schwesterchen, Schwesterchen, es macht wohl wenig Sinn, dir einmal mehr zu sagen, dass du dich da total in etwas verrennst, um früher oder später nur bitter enttäuscht zu sein. Oder suchst du nur Trost, weil du noch immer nicht über Marlon hinweg bist?“

Marlon!

Schlagartig wird mir bewusst, dass ich schon ewig lang nicht mehr an Marlon denken musste, wo er doch jahrelang meine Gedanken beherrschte. Den Part hat jetzt ein anderer übernommen. Denn wenn mein Leben davon abhinge, fünf Minuten lang nicht an Robert zu denken, dann wäre ich längst tot. Marlon, mit dem ich mich auch noch befassen muss, wenn ich schon meine Gedanken und Gefühle auf die Reihe kriegen will, denn er war…

Der Mann davor

Mitunter bezeichne ich mich mit einer gewissen Selbstironie als Spätsünder.

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