fröhliche Kurzgeschichte – 300 Wort

Peter liegt mit nacktem Oberkörper auf dem Bett und genießt, wie in seliger Trance, Anna´s Massage, seines Managernackens.

„Wie anstrengend doch die letzten Tage, nein Wochen waren“, denkt er und fühlt sich noch wohler unter den warmen, zarten Berührungen seiner Masseuse. Wie lange er schon zu Anna kommt, weiß Peter nicht mehr. Was er weiß, ist, dass er sich nach Annas Massagen immer gleich viel wohler fühlt.

„Du bist heute aber wirklich heftig verspannt!“, hört er Anna leise sprechen, „War wohl wieder ein großes Projekt, was dein Chef dir gegeben hat?“
„Mhh“, war Peters kurze Antwort und genoss noch mehr, die kraftvollen Massagegriffe, die Anna so perfekt beherrscht.
„… und du hast dich mal wieder völlig überaus gabt und nicht auf dich acht gegeben, Peter!“
„Mhh. Da hast du wohl recht“, brachte er mühevoll hervor. „Du kennst das doch, wenn der Chef etwas will, dann hat er es auch zu bekommen. Da spielt es keine Rolle, wie anstrengend, zeitintensiv und aufwendig ein Projekt auch sein mag. Wenn es bis Tag x fertig sein soll, dann hat es an diesem Tag auch fertig zu sein … und zwar perfekt. Mein Chef hat Ansprüche.“

„Aber deine Gesundheit darfst du dabei auch nicht vergessen“, widersprach ihm Anna und zwickte, zur Bestätigung, in einen ganz besonders festen Knubbel in seinem Nacken.
Aua.“
„Das hast du jetzt davon, wenn du Stunde über Stunde über deinem Computer sitzt und, statt zu mir zu kommen, lieber für deinen Chef arbeitest“, schmunzelt Anna.

„Ohne meinen Chef, könnte ich mir die Besuche bei dir gar nicht leisten“, hüstelte Peter und war froh, dass Anna sich wieder ganz auf das Massieren konzentrierte.

Er mag diese temperamentvolle Südländerin sehr gerne. Eines Tages wird er den Mut aufbringen und sie fragen, ob sie mit ihm ausgeht. Aber bis dahin … ja, bis dahin wird er noch die eine und andere angenehme Massage von ihr genießen und sich mit ihr über sein Arbeitspensum frozzeln.

Texterin Marion Schanne und andere freie Texter und Autoren.