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Eigentlich privat – Frauen Roman von Evelyn ( Residenzgarten ® ) 

Oberarzt Dr. Robert Schatz hat zur Feier seines 40. Geburtstags geladen. Ich weiß nicht, wer sonst noch alles kommt. Aber mich hat er eingeladen. Mich, die kleine, unbedeutende Krankenschwester Evelyn. Seine Assistentin während der ambulanten, allgemeinchirurgischen Sprechstunde. Seit er bei uns im Krankenhaus angefangen hat, arbeiten wir zusammen. Und genau so lange bin ich schon unsterblich und hoffnungslos in ihn verliebt. Ob er etwas ahnt? Ich weiß es nicht. Er heißt nicht nur Schatz, er ist auch ein wahrer Goldschatz. Nicht nur ich fahre auf ihn ab. Mitunter macht es mich rasend eifersüchtig, wenn die Kolleginnen die Köpfe zusammen stecken, kichern und tuscheln, sobald er nur mit wehendem Kittel vorbei geht. Erst recht, wenn sie über ihn sagen: „Dr. Robert Schatz, der Arzt, dem die Frauen vertrauen“, angelehnt an diese Serie „Dr. Steve Rank“.

Ihm vertrauen nicht nur die Frauen. Oft genug habe ich es erlebt, dass die Patienten ängstlich und nervös das Sprechzimmer betreten und sich in seiner Gegenwart jedoch schnell entspannen und beruhigen. Seine ganze Ausstrahlung, seine ruhige Stimme, seine sanften Hände, all das bewirkt, dass man gar nicht anders kann, als ihm bedingungslos zu vertrauen. Und – in meinem Fall – ihn ebenso bedingungslos zu lieben. Und eben hoffnungslos, denn er ist bereits glücklich verheiratet und mehrfacher Vater. Martina, seine Frau, ist ebenfalls Ärztin, jedoch zurzeit nicht berufstätig, wegen der Kinder.

Seine Familie kenne ich bislang nur flüchtig, etwa, wenn sie ihn alle zusammen von der Arbeit abgeholt haben. Oder, das eine Mal, wo seine Frau mit seinem völlig aufgelösten Sohn vorbei kam, der sich beim Spielen verletzt hatte und von keinem anderen als vom Papa verarztet werden wollte. Ehrlich, nie zuvor haben ich eine liebevollere Behandlung eines aufgeschlagenen Knies erleben dürften, eine einfühlsamere Trocknung von Kindertränen. Dieser Mann, er … er ist einfach geradezu überperfekt. So perfekt kann einer allein doch gar nicht sein!

Liebevoll, einfühlsam, charismatisch, gutaussehend, sportlich-durchtrainiert. Ja, er kommt jeden Tag, bei Wind und Wetter, mit dem Fahrrad zur Arbeit und joggt oft noch nach dem Dienst. Guter Beruf mit gutem Verdienst und entsprechendem Ansehen. Und mit seinen 40 Jahren auch noch keineswegs alt. Aber all das ist anscheinend nicht für mich bestimmt. Zumindest nicht, was das Private betrifft. Für mich ist er nur mein Chef, ein ganz besonders umgänglicher Chef, und als solcher hat er mich zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen.

Ich stehe vor meinem Kleiderschrank, weiß beim besten Willen nicht, was ich anziehen soll. Was passt zur Party beim Oberarzt, was werden die anderen Gäste tragen? Abendgarderobe habe ich nicht zu bieten. Nur meine beste Jeans und eine tatsächlich elegante Bluse, dazu meine einzigen, damenhafte Schuhe. Normal bin ich der Jeans, T-Shirt und Turnschuhtyp. Lange bürste ich meine widerspenstigen Haare, in denen keine vernünftige Frisur je halten will. Wenn ich jetzt nicht endlich losfahre, dann komme ich erst an, wenn die Feier schon vorbei ist.

Suchend kurve ich durch den mir bislang unbekannten Ortsteil, bis ich die richtige Adresse gefunden habe. Schließlich habe ich ihn noch nie privat besucht. So viele Autos parken schon am Straßenrand, dass ich eine Weile brauche, ehe auch ich mein Auto abgestellt habe. Ich schnappe mir meine Handtasche vom Beifahrersitz, mache mich auf den Weg zu seiner Haustür, klingele nach kurzem Zögern. Aus dem Inneren des Hauses tönt Stimmengewirr und dezente Musik. Schritte nähern sich und dann mach SIE auf, Dr. Martina Schatz, seine Frau.

„Hallo, schön, dass du da bist. Evelyn.“, begrüßt sie mich, nimmt mich doch tatsächlich in den Arm, haucht mir ein Küsschen auf die Wange, wie eine gute Freundin. Verdammt, warum nur muss sie so nett und liebenswürdig sein? Könnte ich sie ruhigen Gewissens als Miststück, Schlampe oder schlimmeres bezeichnen, ich hätte ein weniger schlechtes Gewissen, weil ich ihren Mann liebe, könnte mir sagen, dass so eine ihn gar nicht verdient hat.

„Na, dann komm mal rein, das Geburtstagskind begrüßen“, ermuntert sie mich. Hinter ihr betrete ich das Haus, schaue mich dabei neugierig um. Ein ziemlich großes und schon sehr altes Haus, welches er mit viel finanziellen Aufwand aber auch mit viel Liebe für seine Familie hergerichtet hat. Neben ihr fühle ich mich auf einmal irgendwie … mickrig. Sie trägt ein elegantes, fliederfarbenes Kleid, welches perfekt zu ihrer blonden Mähne passt und schmale, schwarze Pumps, in denen ihre schlanken Beine unendlich lang wirken. Wir passieren Grüppchen von Gästen, von denen ich die meisten aus dem Krankenhaus kenne. Höfliche Grüße im Vorübergehen. Dann stehe ich vor ihm, in seinem weitläufigen Wohnzimmer. Er ist in ein Gespräch mit dem Chefarzt vertieft. Sie berührt ihn leicht am Arm. „Schatz, schau, wer gekommen ist.“

Er wendet sich zu mir um, mit seinem üblichen Strahlelächeln. „Hey, Evelyn, schön, dass du auch da bist.“

„Robert, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“, sage ich förmlich. Ach verflixt, wenn das kein Anlass ist, ihn wenigstens einmal in den Arm zu nehmen und zu drücken, wann dann? Er erwidert meine Umarmung mit echter Herzlichkeit. Hmmmm, fühlt sich das gut an. Schade, dass ich ihn beizeiten auch wieder loslassen muss. Nervös nestele ich das in goldfarbenes Papier gewickelte Päckchen aus meiner Tasche. Lange hab ich überlegt, was ich ihm schenken soll, was weder zu banal noch zu persönlich rüberkommt und auch nicht dekadent teuer ist. Dann fiel mir ein, dass er eine Schwäche für Weiße-Crisp-Schokolade hat. Also habe ich ihm mehrere Tafeln davon besorgt und schier endlos nach einem Geschenkpapier gesucht, welches weder billig, kitschig, kindisch, verliebt oder sonst wie unpassend wirkt. Er nimmt mir das Päckchen ab, befühlt es, schüttelt es, riecht sogar daran, fragt, wie ein neugieriges Kind: „Was da wohl drin sein mag?“

Behutsam zieht er die ebenfalls goldene Schleife auf, knibbelt die Tesafilmstreifen ab, faltet das Papier auseinander und … grinst übers ganze Gesicht. Zu seiner Frau und dem Chefarzt gewandt, die noch immer daneben stehen, sagt er schmunzelnd: „Ja, so ist das mit meiner besten Mitarbeiterin. Vor ihr kann ich keine Schwäche geheim halten.“ Zu mir gewandt fährt er fort: „Danke, Evelyn. Scheint so, als wärst du die Einzige, die weiß, worüber ich mich wirklich freue.“

Ich kann nicht verhindern, dass ich bei diesem Lob rot werde.

„Was möchtest du trinken?“, fragt er als nächstes. Ja, was möchte ich trinken? Auf keinen Fall was alkoholisches. Nicht nur, weil ich mit dem Auto da bin, ich könnte mir ja immer noch ein Taxi nehmen, sondern vor allem, weil ein Kontrollverlust mehr als peinlich werden könnte.

Wasser“, sage ich schnell und folge ihm zum anderen Ende dieses riesigen Wohnzimmers, wo eine Bar aufgebaut ist. Verwundert bleibe ich vor einem großen Terrarium stehen, in welchem sich ein Python träge unter einer Wärmelampe ringelt.

„Das ist Alfie“, erklärt er. „Den hab ich mir aus Afrika mitgebracht.“ Während wir gemeinsam vorm Terrarium stehen und Alfie beobachten erfahre ich seine Geschichte. Dass Robert, bevor er in unserem Krankenhaus angefangen hat, mehrere Jahre für eine Hilfsorganisation in Afrika tätig war, weiß ich bereits. Dort hat er den Python am Straßenrand gefunden, verletzt, offensichtlich von einem Auto angefahren und hat ihn mitgenommen, bewiesen, dass er nicht nur Menschen kurieren kann, sondern auch das Zeug zum Tierarzt hat. Alfie wurde wieder gesund, aber nicht so gesund, dass er auf sich allein gestellt in der Wildnis hätte überleben können.

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