„Papa!“ Stieß Mailin zu Tode erschrocken hervor, als sie ihren Vater im Dämmerlicht erkannte. „Was machst Du denn hier?“ Leichenblass trappelte die 31jährige Dr. psych. von einem Fuß auf den anderen. „Du wirst es nicht für möglich halten Frau Schlau, ich hole Holz für den Kamin und ich verbiete Dir hier im Schuppen zu rauchen!“ Der kleine aber kräftige alte Mann legte die Stirn sorgenvoll in Falten. Er schaute seine geliebte Tochter streng an, die jedoch voller Scham zu Boden blickte.

Wie ein kleines Mädchen, das vom Papa geschimpft worden war, schlich Mailin ins Freie. Die brennende Zigarette versteckte sie hinter ihrem Rücken.
Heiße Tränen kullerten aus ihren braunen, mandelförmigen Augen und über ihrem Kopf stieg der Zigarettenqualm auf.

„Ma-Li,“ hörte Mailin die Panik im Schrei ihres Vaters, „lass sofort die Zigarette fallen!“ Ma-Li gehorchte ohne zu zögern, denn sie wollte ihren Papa versöhnlich stimmen. „Kind, jetzt hast Du mich aber erschreckt! Deine Haare! Beinahe hättest Du Dich angezündet!“

Es roch tatsächlich nach angesengtem Menschenhaar. „Schrecklich,“ dachte Ma-Li laut und warf sich verzweifelnd schluchzend in die starken Arme ihres Vaters.

Der Maurer hatte sein Leben lang auf dem Bau geschuftet, um seiner Tochter erst das Abitur und dann das Studium der Psychologie möglich zu machen.
Täglich kamen zwischen drei bis fünf Klienten in Dr. psych. Mailin Tahiris Praxis damit sie in ein paar Hypnosesitzungen lernten, wie sie der Nikotinsucht entkommen konnten.
Ma-Li´s Erfolgsquote liegt bei 98%. Ihre Klienten vertrauen ihr absolut und verbreiten ihren guten Ruf immer weiter.
Wenn bekannt würde, dass Ma-Lin selbst nikotinsüchtig ist, wäre das das unwiderrufliche Ende ihrer Karriere als Dr. psych. und Hypnose-Coach gewesen.